Patrick Döring: Der Finanzminister der Partei

Wie haben Sie reagiert, als man Sie für das Amt des Schatzmeisters vorgeschlagen hat?

Ich habe mich natürlich sehr gefreut. Die Aufgabe macht mir Spaß – und man fühlt sich natürlich auch ein Stück weit geehrt, dass einem so ein wichtiges Amt zugetraut wird.

Was gehört da genau zu Ihren Aufgaben?

Als Schatzmeister ist man ja gewissermaßen der Finanzminister der Partei – sich ein bisschen bei allen unbeliebt zu machen, ist da schon Teil der Arbeitsplatzbeschreibung. Man muss dafür sorgen, dass das Geld reinkommt. Das heißt natürlich Spenden einwerben – aber auch den regelmäßigen Eingang der Mitgliedsbeiträge zu gewährleisten. Und auf der anderen Seite muss man ein Auge auf die Ausgaben haben.

Sie treten da in die großen Fußstapfen von Hermann Otto Solms, der dieses Amt mit Unterbrechung über 20 Jahre innehatte. Was wird schwierig?

Hermann-Otto Solms hinterlässt die Parteikasse weit besser als er sie vorgefunden hat. Nach der FDP-Krise der späten 90er Jahre und der Möllemann-Affäre, die für uns ja auch finanzielle Folgen hatte, hat er die Sache wieder in den Griff bekommen. Diesen Kurs der Konsolidierung will ich fortsetzen.

Das wird allerdings in Anbetracht der augenblicklichen Stimmungslage nicht einfach. Die Bereitschaft zu Großspenden ist – bei allen Parteien – deutlich zurück gegangen. Und auch unsere Anhänger sind derzeit noch zögerlich. Das kann man durch direkte Ansprache vielleicht etwas verbessern. Aber die beste Motivation ist natürlich, wenn wir gute, liberale Politik machen.

Wo werden sie neue Schwerpunkte setzen. Eine neue Fundraising-Strategie? Mehrausgaben in bestimmten Bereichen? Wo den Gürtel enger schnallen?

So kurz nach der Wahl kann man das noch nicht abschließend beantworten. Neue Schwerpunkte und Strategien werden wir im Präsidium besprechen müssen. Da werde ich dem Vorsitzendem und dem Generalsekretär Vorschläge machen. Und dann werden wir sehen müssen, was finanziell machbar ist. Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen, dass wir noch stärker projektbezogene Spenden über den Bürgerfonds einwerben – die Spender also genau sehen, wo ihr Geld eingesetzt wird. Damit gäbe es auch in der Partei einen Wettbewerb der Ideen – und ich kann mir vorstellen, dass dies auch die Spendenbereitschaft in der Partei erhöhen würde. Bei derzeit etwa 66.000 Mitgliedern würden 100 Euro je Mitglied zu einer beinahe vollständigen Entschuldung der FDP führen. Ich denke, da haben wir noch Potentiale.